DDR
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Ulrich Kneise gehört zu den führenden Fotografen Thüringens und ein markanter Vertreter der jüngsten Generation sozialdokumentarischer Fotografen und Fotografinnen aus der DDR, der ostdeutsche Prägungen und die sozialen Umbrüche der „Wende-Zeit“ im Bild zeitnah eingefangen hat. Einen Tag nach der Grenzschließung am 14. August 1961 geboren, sieht er sich selbst als „Mauerkind“ (S.8). „Die Grenze ist nicht nur Materialität, nicht Draht, Beton und Streckmetall, sie ist in uns und will selbst drei Jahrzehnte nach ihrem Fall Tag für Tag abgetragen werden“ (S. 10), so der Fotograf.
„Das Weite suchen“ ist ein genialer Titel, der die Sehnsucht nach Freiheit mit dem Grenzen überwindenden „Abhauen“ verknüpft – eine prägnante Zustandsbeschreibung des für viele Menschen komplizierten Prozesses der erträumten oder tatsächlichen Lebensumstellung vor und nach dem Point of no Return der DDR. Die unter diesen Vorzeichen erarbeitete Ausstellung ist nicht chronologisch aufgebaut, sie stellt vielmehr Fotografinnen und Fotografen, überwiegend mit DDR-Erfahrung, vor, die mit ihren Bildern bestimmte Lebensweisen im Zeitintervall zwischen Staatsbankrott und Übergangsmisere zu thematisieren versuchten. Das Beste an dieser Ausstellung ist, dass man an ihr die psychische und soziale Disposition mehrerer Generationen des Bildpersonals und einen allmählichen, facettenreichen Mentalitätswandel ablesen kann. Das Publikum sieht sich konfrontiert mit den fotografischen Erkundungen des Wendejahrzehnts zwischen 1983 und 1995, in das die Namen der Fotograf:innen, ihre Werke sowie prägnant formulierte Kurztexte in ein einfaches Stellwanddesign integriert werden.
Vorstudie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Im Sinne einer Machbarkeitsstudie liefert diese Vorstudie somit ein
Gerüst forschungskonzeptioneller und praktischer Überlegungen, die einer
umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung von politisch motivierten
Adoptionsverfahren in der DDR zu Grunde zu legen sind.
Im Jahr 2006 eröffnet, bietet das DDR-Geschichtsmuseum im Dokumentationszentrum in der brandenburgischen Kleinstadt Perleberg eine Fülle an Anschauungsmaterial aus und über das Leben in der DDR. Das Pfarrerehepaar Gisela und Hans-Peter Freimark begann bereits in den 1980er-Jahren damit, Objekte zu sammeln, die das politische System aber auch den Alltag der DDR dokumentieren sollen. Insbesondere das oppositionelle Engagement der Freimarks, die sich als Pfarrer und Gemeindehelferin in der DDR entschieden für Frieden und Abrüstung einsetzten und sich somit der SED widersetzten, ist mit zahlreichen Fotos und Gegenständen in der Ausstellung dargestellt.
Vier Studierende der Public History der Freien Universität Berlin und ein zweiköpfiges Filmteam der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe digitalisierten und bewahrten in einem Dokumentations- und Interviewprojekt das Wissen über die Ausstellung des DDR-Geschichtsmuseums in Perleberg.
Insbesondere die Biografie des Pfarrerehepaars Hans-Peter und Gisela Freimark, die die Ausstellung initiierten und bis heute leiten, stand im Mittelpunkt dieses Projektes. Die Projektgruppe wurde von Irmgard Zündorf vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung unterstützt. Gefördert wurde das Projekt durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Im Verlauf der Monate März und April 2020 fanden die Interview- und Dreharbeiten in Perleberg statt. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer digitalisierten Führung durch das Museum. Teil II des Projektes befindet sich derzeit in der Realisierung.
Fotografien faszinieren, irritieren oder werfen Fragen auf. Sie transportieren Informationen und erzeugen Erinnerungen. In pädagogischen Kontexten sind sie daher seit Langem ein beliebtes Medium der Annäherung an Geschichte. Auch im Rahmen des Pilotprojekts „Ich sehe was, das du nicht siehst – Bilder vom Erwachsenwerden in zwei politischen Systemen“ wurde das Potenzial des Mediums Fotografie für die Bildungsarbeit aktiviert, insbesondere für eine Auseinandersetzung mit der deutschen Teilungs- und Vereinigungsgeschichte.
Der großformatige Text-Bildband wiegt 2,6 Kilogramm und ist 480 Seiten stark. In ihm lässt der jetzt 72-jährige Fotograf Siegfried Wittenburg, der heute in Sanitz bei Rostock lebt, in Wort und Bild sein Leben Revue passieren. Schreibende Fotografen sind in der Historie der ostdeutschen Fotografie eher eine Ausnahme. Das gilt nicht für Wittenburg. Er verfasste bereits zwischen 2010 und 2012 insgesamt 26 Beiträge für das Zeitgeschichtsportal einestages von „Spiegel Online“, in denen er – flankiert von rund 500 eigenen Fotografien – launig und humorvoll über den Alltag in der DDR berichtete.
Das Medium Motion Comic kann in der historisch-politischen Bildungsarbeit vielseitig genutzt werden, um junge Menschen für die Zeitgeschichte zu interessieren. Denn das Medium ermöglicht Perspektivwechsel auf verschiedenen Ebenen und emotionale Zugänge – Aspekte, die in der Vermittlung von komplexen und historischen Zusammenhängen neben der reinen Wissensvermittlung grundlegend sind. Ausgehend vom Projekt „MoCom“ werden in diesem Beitrag zunächst die Bedeutung und Fähigkeit des kreativen Mediums Motion Comic erläutert, um diese dann beispielhaft anhand einzelner Beispiele zu konkretisieren.

